Die Geranie, unser beliebteste Balkonpflanze, ist sie bienenfreundlich?

Geranien – das ist ein schwieriges Thema, aber ich will versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen.
Das was wir landläufig Geranien nennen, sind gar keine. Das sind alles Pelargonien. Sie gehören aber zu der Familie der Geraniaceae, also den Storchschnabelgewächsen.

  1. Selbst wenn eine Blüte Staubgefäße hat, kann die Pollenausbeute miserabel sein. Selbst wenn es Nektardrüsen gibt, ist nicht klar, ob die Pflanze viel oder wenig Nektar produziert wird.
  2. Meristem vermehrte (im Reagenzglas gezüchtete) und anschließend weiter kultivierte Geranien haben keinen Bienennährwert. Das sind die, soweit ich weiß, alle Sorten, die in den letzten 20 Jahren auf den Markt gekommen sind. Leider ist sie nicht freundlich zu Bienen.
  3. Wildgeranien besitzen Bienenfutter, sind aber nicht so blühfreudig.
  4. Duftgeranien, wie z. B. die Sorte Randy und Angeleyes sind Bienenpflanzen und zur Zeit die einzige und gute Alternative. Leider gibt es keine Sorte mit richtig roter Farbe.
  5. Staudengeranien für den Balkonkasten sind nur saisonal geeignet, da sie nur eine kurze Blütezeit haben und nicht durchblühen. Sie eignen sich für den Kübel auf dem halbschattigen Balkon und sind auch für den Staudengarten sehr wertvoll.
  6. Es gibt alte einfache blühende Sorten, die ebenfalls Bienenfutter haben, diese Sorten werden heute nicht mehr angebaut und sind auch nur noch in Geranienmuseen zu sehen.
  7. Edelgeranien haben Nektar und Pollen, die Ausbeute aber ist meines Wissens nicht hoch. Die Pelargonie X grandiflora ist eine Hybride und man verwendet diese in der Regel als Einzelpflanze ( auch Zimmergeranie genannt).
  8. Aus Samen gezogene Geranien haben auch noch Nektar und Pollen, da sie Samen ansetzen. Ihre Kultur ist aber zu kostspielig. Sie werden heute nicht mehr oder selten angebaut
  9. In der Regel kann man sagen, Blüten, die keinen Samen ansetzen, haben weder Nektar noch Pollen.

Zu beachten ist auch, dass selbst bei Bienenpflanzen das Angebot an Nektar und Pollen sehr unterschiedlich ist. Es gibt Pflanzen, die haben mehr Nektar als Pollen oder umgekehrt. Es gibt auch Pflanzen, die nur Nektar oder nur Pollen haben. Die Natur ist eben vielfältig.

Die Geranienproduzenten sind jetzt gefragt. Sie sollten noch einmal Geranien mit Nektar und Pollen herauszüchten, weil Geranien sehr pflegeleicht und eine große Farbpalette haben, die man so schnell nicht ersetzen kann. Außerdem trotzen diese Pflanzen der Klimaerwärmung am besten. Das wird sicher ein paar Jahre dauern.

LG euer Harro

2 Antworten auf „Die Geranie, unser beliebteste Balkonpflanze, ist sie bienenfreundlich?“

  1. Liebe Irena,Felargonium grandiflorum Aristo Salmon ist absolut bienenfreundlich.
    Während die sehr beliebten Baökongeranien Pelargonium zonale (stehende) und Pelargonium peldatum (hängende) keine Pollen und keinen Nektar haben.
    LGHharro

  2. Wir haben Anfang Juni und an meiner Edelgeranie (Aristo Salmon) sind sehr viele Bienchen (glaube Mauerbienen, teilweise mit gelben Bauch) und Himmeln dran. Klar tun die sich etwas schwer in die Blüte rein zu kriechen, müssen am Rüssel vorbei. Ist echt komisch, sie dabei zu beobachten, da nur der Po wirklich zu sehen ist, erinnern mich dabei an Zecken. Aber bin dennoch überrascht, daß die ordentlich fast jede Blüte durchgehen. Scheinbar nicht alle Pelargonien sind „nützlos“. Liebe Grüße aus Nürnberg.

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