Ein Beedabei-Kunstwerk entsteht. Für einen Moment verdichtet sich alles: Idee, Form, Gemeinschaft, Ort. Linien werden sichtbar, Strukturen greifbar, ein Gedanke nimmt Gestalt an.
Und dann – nach nur einer Stunde – beginnt die Auflösung.
Seit Beginn unseres Kunstprojekts Beedabei haben wir immer wieder dieselbe Erfahrung gemacht: Kaum ist ein Kunstwerk mit den gelben Bienenfutterkästen aufgebaut, sind die ersten geflügelten Besucher nicht weit. Honigbienen und Wildbienen finden die Kästen sofort – und das immer wieder.
FrEUlein Beedabei – Wo die Welt innehielt, begann eine Reise
Seit jenem Tag, an dem FrEUlein Beedabei ihren Platz in der großen Geschichte gefunden hatte, war Zeit zu etwas Seltsamem geworden. Die Welt war stiller geworden, bedächtiger, einsamer. Und doch summte es in ihr – ein Ruf, den nur jene hörten, die weitersehen konnten als bis zum eigenen Gartenzaun. FrEUlein Beedabei hörte ihn zuerst. Ein leises Flirren im Wind, ein Ruf nach Aufbruch.
FrEUlein Beedabei ist keine gewöhnliche Biene. Sie ist nicht zu Hause in einem bestimmten Stock, nicht gebunden an einen Ort. Sie lebt dort, wo Menschen aufblühen. Wo Gemeinschaft entsteht. Wo aus Ideen Wirklichkeit wird – bienenfreundlich, menschlich, europäisch.
Wildbienen sind wahre Überlebenskünstler – und doch sind viele von ihnen gefährdet. Besonders die spezialisierten Arten, die nur auf bestimmte Pflanzenarten fliegen, brauchen unsere Hilfe. Während Honigbienen als „Allesfresser“ gelten und eine große Bandbreite an Blüten besuchen, sind viele Wildbienen wahre Feinschmecker. Manche brauchen ganz bestimmte Pollenquellen, ohne die sie nicht überleben können.
Seit 2019 begleiten sie uns schon: die Schaustellerfamilie Drliczek mit ihrem beliebten Fahrgeschäft Volare Wellenflug. Was dieses Karussell besonders macht, sind nicht nur die schwebenden Sitze und das unbeschwerte Gefühl von Freiheit, das sich beim Mitfliegen einstellt – es sind auch die Beedabei-Bienenfutterstellen, die seit fünf Jahren Teil dieser Reise sind.
Die SAiL in Bremerhaven – ein Festival der Schiffe, der Begegnungen und in diesem Jahr auch der Bienen. Am Willy-Brandt-Platz, direkt vor der Kulisse eines majestätischen Dreimasters, entstand am Sonntag ein einzigartiges Kunstwerk: „Beedabei SAiL 2025 – Segel setzen“.