Schmetterlinge in the House

Wer Schmetterlinge liebt, muss nicht immer auf den nächsten Sommertag warten. In der Gärtnerei Rüdenauer in Blaufelden gibt es jetzt ein Schmetterlingshaus zu entdecken. Dort kann man die faszinierende Entwicklung vom Ei über die Raupe bis hin zum fertigen Schmetterling aus nächster Nähe beobachten.

Gudrun Weiberle

Klingt aufwendig? Eigentlich gar nicht.

Die Grundzutaten sind überraschend einfach: Ein Gewächshaus, einige Beedabei Kästen und die richtigen Futterpflanzen für die Raupen. Denn Schmetterlinge legen ihre Eier nicht irgendwo ab. Jede Art hat ihre bevorzugten Pflanzen, auf denen sich die Raupen später entwickeln können. Besonders beliebt sind beispielsweise Brennnesseln, Weißer Hornklee oder Fenchel.

Sind die Futterpflanzen erst einmal vorhanden, beginnt der spannendste Teil des Projekts: das Warten. Mit etwas Geduld finden die Schmetterlinge ihren Weg zu den Pflanzen und legen dort ihre Eier ab. Aus den winzigen Eiern schlüpfen schließlich kleine Raupen, die sofort mit ihrer wichtigsten Aufgabe beginnen: fressen.

Und zwar jede Menge.

Tag für Tag wachsen die Raupen und verwandeln die Blätter der Futterpflanzen in ihre eigene Lebensenergie. Wer sie dabei beobachtet, erkennt schnell, warum eine Raupe oft als wahre Fressmaschine bezeichnet wird. Doch irgendwann endet auch diese Phase. Die Raupen suchen sich einen geeigneten Platz, verpuppen sich und verschwinden scheinbar aus dem Geschehen.

Dann beginnt die nächste Geduldsprobe.

Denn innerhalb der unscheinbaren Puppe vollzieht sich eines der erstaunlichsten Wunder der Natur. Aus einer Raupe wird ein Schmetterling. Nach einiger Zeit öffnet sich die Hülle, und man kann dabei zusehen, wie ein frisch geschlüpfter Falter seine Flügel entfaltet und sich auf seinen ersten Flug vorbereitet.

Spätestens jetzt ändern sich die Ansprüche der neuen Bewohner des Schmetterlingshauses. Während die Raupen Futterpflanzen benötigen, brauchen die erwachsenen Schmetterlinge Nektarpflanzen. Auch hier leisten die Beedabei Kästen wertvolle Dienste. Sie können flexibel mit blühenden Pflanzen bestückt und genau dort aufgestellt werden, wo sie gerade gebraucht werden. So entsteht eine mobile Nektarbar für die frisch geschlüpften Schmetterlinge.

Das Schöne an diesem Projekt ist seine Einfachheit. Es braucht keine komplizierte Technik, keine aufwendigen Anlagen und keine besonderen Vorkenntnisse. Was man wirklich benötigt, sind die richtigen Pflanzen, ein geschützter Raum und die Bereitschaft, sich auf den Rhythmus der Natur einzulassen.

Das Schmetterlingshaus in der Gärtnerei Rüdenauer zeigt eindrucksvoll, wie aus wenigen Bausteinen ein lebendiger Lernort entstehen kann. Hier wird nicht nur über Artenvielfalt gesprochen – hier kann man sie wachsen sehen.

Eine der schönsten Eigenschaften eines Schmetterlingshauses ist, dass es sichtbar macht, was sonst oft verborgen bleibt. Die kleinen Wunder, die jeden Tag direkt vor unserer Haustür stattfinden.

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